Hohe Schäden durch Abrechnungsbetrug

19. Februar, 2009 No comments

KKH: Krankengymnasten und Physiotherapeuten begehen die meisten Taten – Staatsanwälte stellen viele Verfahren schnell einDie Kaufmännische Krankenkasse (KKH) in Hannover hat im Jahr 2008 mehr als 1000 Fälle von Abrechnungsbetrug aufgedeckt. Das teilte der Vorstandschef der KKH, Ingo Kailuweit, am Mittwoch mit. Die Betrugsfälle hätten dabei einen Schaden von mehr als einer Million Euro verursacht. Von dieser Summe seien bereits 400 000 Euro von der Krankenkasse wieder hereingeholt worden. Vor allem Krankengymnasten, Physiotherapeuten und Ärzte bereicherten sich nach Angaben der KKH – sie machten einen Anteil von mehr als 50 Prozent der Fälle aus. Daneben gebe es unter anderem auch Betrug bei Apotheken, Optikern und Sanitätshäusern.Rund 180 besonders schwerwiegende Fälle zeigte die Krankenkasse an. So wurde gegen den Inhaber eines Sanitätshauses und 26 Ärzte ein Korruptionsverfahren eingeleitet. Sie hatten Schuh-Einlagen mit einer geringen Qualität an Diabetiker verkauft, jedoch die teuren Einlagen abgerechnet. „Uns ist dabei ein Schaden von mehr als 100 000 Euro entstanden“, erklärte Dina Michels, die Leiterin der „Prüfgruppe Abrechnungsmanipulation“ in der KKH, die deutschlandweit etwa zwei Millionen Versicherte hat.Die KKH hat zum Abrechnungsbetrug eine Studie beim Kriminalwissenschaftlichen Institut der Leibniz Universität Hannover in Auftrag gegeben. Professor Bernd-Dieter Meier stellte sie am Mittwoch vor. Demnach ziehen falsche Abrechnungen von Medizinern oder Apotheken bei Krankenkassen nur selten Strafanzeigen nach sich. Die Kassen erstatten nur bei jedem 40. Verdachtsfall von Abrechnungsbetrug tatsächlich Strafanzeige.Für die bundesweit einmalige Untersuchung wurden die Berichte der Krankenkassen über Fehlverhalten von Leistungserbringern und -empfängern aus den Jahren 2004 und 2005 ausgewertet. Ermittlungsverfahren wegen Abrechnungsbetruges würden zudem in mehr als 90 Prozent der Fälle von den Staatsanwaltschaften eingestellt – zumeist gegen Geldbußen. In den seltenen Fällen, in denen es zum Prozess komme, verhängten die Gerichte allerdings oft respektable Strafen.Nach Angaben Meiers verfolgen die Krankenkassen den Abrechnungsbetrug unterschiedlich intensiv. Die Hälfte der Kassen sei in dem untersuchten Zweijahreszeitraum weniger als zehn Mal einem Betrugsverdacht nachgegangen. Andere Kassen hätten zur gleichen Zeit mehrere tausend Verdachtsfälle untersucht. Manche Kassen gingen von Millionenschäden durch Betrügereien aus, andere hätte keine Schäden oder nur Schäden im dreistelligen Bereich gemeldet.Der KKH-Vorstandvorsitzende Ingo Kailuweit forderte ein schärferes Vorgehen gegen den Abrechnungsbetrug. „Mediziner, die wegen Abrechnungsbetrugs verurteilt werden, müssen die kassenärztliche Zulassung verlieren“, sagte er. Zudem verlangte er, auch bei freiberuflichen Ärzten und Apothekern die Annahme von Vergünstigungen als Korruption unter Strafe zu stellen.Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat am Mittwoch Anklage gegen Arzt aus Varel (Kreis Friesland) erhoben, der in mehr als 1000 Fällen unrechtmäßig Methadon an Drogensüchtige abgegeben haben soll. Neben unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln wirft die Anklage dem 55-Jährigen auch Betrug vor, weil er die Substitutionsbehandlungen unberechtigt über die kassenärztliche Vereinigung abgerechnet hatte. lni/AP

                                                                                   ( Quelle. Welt Online)

Sollten Sie ein Opfer von Anlage-Betrug sein,können Sie sich an die Detektei Wifka  Privatermittler Josef Resch wenden.

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